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IFC2x3 oder IFC4? Die richtige Version entscheidet über weniger Rückfragen

Ein falsches IFC-Format macht aus Koordination schnell „Viewer-Theater“. Mit dieser Entscheidungshilfe lieferst du Modelle kompatibel – ohne Datenverlust.

Warum die IFC-Version in Projekten so viel auslöst

In vielen Projekten wird „IFC“ als einheitliches Austauschformat verstanden. In der Praxis ist es eher wie „PDF“: Es gibt Varianten, Versionen und unterschiedliche Interpretationen durch Software. Genau deshalb entstehen diese Klassiker:

  • „Bei uns fehlen Bauteile / Öffnungen.“

  • „Attribute sind weg oder heißen anders.“

  • „Das Modell wirkt kaputt, aber im Autorensystem ist alles korrekt.“

  • „TGA/Tragwerk kann’s nicht zuverlässig einlesen.“

Die Ursache ist oft nicht die Modellqualität, sondern: Version & Exportprofil passen nicht zur Empfängerlandschaft.

Estata Planungsservice arbeitet deshalb nach einem einfachen Prinzip: Erst Empfänger-Use-Case klären, dann Version festlegen, dann testen.

1) IFC2x3 vs IFC4 – was ist der Kernunterschied?

IFC2x3 (der „Kompatibilitäts-Oldtimer“)

  • Sehr weit verbreitet in vielen Workflows

  • Oft die sicherere Wahl, wenn mehrere Tools im Spiel sind oder ältere Systeme genutzt werden

  • In manchen Konstellationen: weniger „Überraschungen“ beim Import

IFC4 (die modernere Basis)

  • Technisch weiterentwickelt (bessere Strukturmöglichkeiten)

  • In aktuellen Toolchains häufig sinnvoll – aber nur, wenn alle Beteiligten es stabil verarbeiten

  • Je nach Softwarestand: Import kann sehr gut sein – oder einzelne Inhalte anders interpretieren

Praxisregel:
Wenn du nicht 100% sicher bist, was auf Empfängerseite stabil läuft, ist die „richtige“ Entscheidung nicht theoretisch – sondern die, die bei eurem Projektpartner am zuverlässigsten ankommt.

2) Die 4 häufigsten Kompatibilitätsfallen (und wie du sie vermeidest)

Falle A: „Wir exportieren IFC4, weil es neuer ist“

Neu heißt nicht automatisch kompatibler. Entscheidend ist: Wer liest es ein – und womit?

Lösung: Vorab klären: Toolchain + gewünschter Use-Case (Koordination, Mengen, Kollisionsprüfung, FM).

Falle B: Exportprofil passt nicht zum Zweck

Ein Koordinationsmodell ist etwas anderes als ein Modell für Mengenermittlung oder Übergabe an FM.

Lösung: Pro Zweck ein klares Profil:

  • Koordination: klare Klassen, stabile Geometrie, saubere Storeys

  • Mengen: Typen/Properties konsistent, Material-/Flächenlogik plausibel

  • Abstimmung: „schlank“ statt überfrachtet

Falle C: Kein „Viewer-Realitätscheck“

„Im Autorensystem passt’s“ ist keine Garantie. Der IFC-Viewer ist die Realität des Empfängers.

Lösung: Immer 10-Minuten-Viewer-Check (siehe Checkliste unten).

Falle D: Versionswechsel mitten im Projekt

Wenn du im Projekt von IFC2x3 auf IFC4 wechselst (oder umgekehrt), kann sich Filter-/Property-Logik verändern.

Lösung: Version fixieren – und nur mit klarer Abstimmung wechseln.

3) Entscheidungshilfe: Welche IFC-Version solltest du wählen?

Nutze diese einfache Matrix als Büro-Regel:

IFC2x3 ist oft die bessere Wahl, wenn …

  • viele Beteiligte mit unterschiedlichen Tools arbeiten,

  • du maximale „Ankommenswahrscheinlichkeit“ brauchst,

  • ein Teil der Beteiligten ältere Softwarestände nutzt.

IFC4 ist oft sinnvoll, wenn …

  • ihr eine moderne, abgestimmte Toolchain habt,

  • klar ist, dass alle Partner IFC4 stabil importieren,

  • ihr von erweiterten Strukturen profitiert (und diese auch genutzt werden).

Estata-Ansatz:
Wir fragen im Kick-off gezielt nach Empfänger-Tools und Use-Case – und liefern dann die Version, die im Projekt wirklich funktioniert.


4) Übergabe-Checkliste: „IFC kommt sauber an“ (15 Minuten)

  1. IFC-Version dokumentiert (2×3/4 – eindeutig in der Übergabe)

  2. Storeys/Geschosse plausibel (benannt, richtig sortiert)

  3. Klassifizierung stimmt (keine Proxy-Flut)

  4. Geometrie plausibel (keine wilden Versätze, keine Maßstabsfehler)

  5. Filter-Test: Türen/Fenster/Wände sind sauber selektierbar

  6. Properties-Test: Typname/Material/Status (nur was gebraucht wird) vorhanden

  7. Viewer-Test: Öffnet stabil in neutralem IFC-Viewer ohne Fehlermeldungs-Orgie

  8. „What’s new“-Notiz bei Revisionen (kurzer Text, was sich geändert hat)

FAQ

Ja – sinnvoll als Übergangsphase oder wenn unterschiedliche Partner unterschiedliche Anforderungen haben. Wichtig ist dann eine klare Versionskennzeichnung und ein einheitlicher Prozess für Revisionen.

An einem simplen Import-Test: öffnen, filtern (z. B. Türen), Mengen plausibilisieren, und prüfen, ob Geschosse/Struktur korrekt übernommen wurden. Wenn das sauber läuft, ist IFC4 meist unkritisch.

Nicht automatisch. Für viele Projekte ist IFC2x3 die robustere Austauschbasis, weil sie in heterogenen Toolchains oft stabiler verarbeitet wird.

Wir liefern die IFC-Version passend zur Empfänger-Toolchain und ergänzen auf Wunsch eine kurze Prüfnotiz (Checkliste/Viewer-Check), damit Übergaben nachvollziehbar bleiben.

Wenn du uns kurz sagst, wer das IFC einliest (Tool/Version) und wofür (Koordination, Mengen, Übergabe), empfehlen wir dir die passende IFC-Version – und erstellen dir eine saubere, testbare Export-/Übergabevariante.

IFC2x3 oder IFC4? Entscheidungshilfe für saubere Modellübergaben

Sprechen wir über Ihr Projekt – wir unterstützen Sie gern!

Estata Planungsservice